Blog von Walter Lackermayr & dem Forum der WuidnBuam (und Madln natürlich auch)




Sonntag, 31. Januar 2010

MonsterLine

Im Pitztal wohnt ein Ungetier, und das hat scharfe Zähne:
Das MonsterBereits das erste Schild ist beeindruckend und wäre ein Fall für sich. Für hiesige Monster lediglich ein Hors d'Oevre.
Also: "Kopfbeckung auf!"... ...und los:
Vorspeisehäppchen spielen: WI 5+

Nach 35 Metern legt sichs zurück, es wird zahmer Danach erstmal langes Gestapfe eine Rinne hinauf. Wenn's lahnig* ist eher nicht ratsam.

*bayrisch= lawinengefährdet

Dann taucht es vor uns auf. Das MONSTER.

Zu Anfang döst es noch vor sich hin. Vielleicht hat es uns nicht bemerkt? Oder stellt es sich nur schlafend?
55 Meter WI 5+
Spätestens nach der Querung zum Stand wird uns jedoch klar: Dieses Monster hat scharfe Zähne! Jetzt nur nicht erschrecken das Viech, vorsichtig vom Stand an Artischockenblättern hinübertänzeln... ..und dann nur noch nauf! Geiles Vieh! Natürlich lebt diese Kreatur in seiner Abgeschiedenheit inmitten einer hochalpinen Arena. Und wir spielen Yeti mit ihm. Die letzte Länge flacht zwar etwas ab...
...ist aber dennoch nicht zu unterschätzen.
Oben dann nochmal Kampf mit den tief verschneiten Latschen.
Noch beim Abseilen will's uns nicht aus seinen Fängen lassen. Um den Stand hinterm Vorhang zu erreichen lässt mich Berni ab damit ich hinpendeln kann.
Aus Bernis Perspektive wird klar warum...
Hochalpines Feeling, anspruchsvolle Kletterei, Abgeschiedenheit, was bleibt:
"Und wieder haben wir unsere Leben angefüllt mit einem wunderbaren Abenteuer im Gebirg'!"
Facts:
MonsterLine WI 6 (Pitztal, Weiler Weixmannstall)
Zustieg: Vom Weiler talauswärts und links hinauf zur von unten sichbaren ersten Stufe
SL 1/2: 60-65 Mtr WI6, dann WI3+
SL 3: Ca 400 Meter die Rinne hinauf 35°, WI1/2, zuletzt 30 Mtr WI3
SL 4: 55 Mtr WI 5+, Stand nach Linksquergang unter Vorhang an zwei BH
SL 5: 60 Mtr WI 6
SL 6: 45 Mtr WI 5+
Abstieg: Abseilen, Fußabstieg rechts (orogr.) heikel und sehr lahnig. Die letzte Stufe kann rechts umgangen werden, haben wir aber nicht gemacht.

Samstag, 30. Januar 2010

Havanna

Habanna gefällig?
Es wäre eigentlich eine gute Gelegenheit gewesen das Rauchen wieder anzufangen. Havanna ist in diesem Fall ne 60 Meter lange Zigarre aus Eis im oberen Pitztal. Starker Tobak. Es beginnt mit einem Vorhang... ...der sich als gutmütig erweist. Dann heißt's vor dem Rauchgenuss erstmal flaches Gelände überwinden.
Also überwinden wir flaches Gelände...
..und stehen am Beginn des begehrten Objektes. Der Outside-Humidor hat auch die passende Temperatur und Luftfeuchte eingestellt.
Also her mit dem Cigarro,
und Fuego, por vavor!
Da pfeift's in der Lunge, und schmeckt!
Nach dem Genuss: Zufriedenheit
Schnell abgeseilt...
Berni hat Durscht vom Rauchen und freut sich über ein Heißgetränk,
...derweil war doch Sommer befohlen, oder etwa nicht?
Abends haben wir noch das Glück die (ein)heimische Tierwelt bei der Futtersuche zu beochbachten zu können.
Facts:
Havanna WI 6 (Neurur, Pitztal, auf der rechten Talseite Richtung Gletschergebiet)
1 SL WI 4+, 40 mtr.
2 SL ca 150mtr WI 1/2
3 SL 60 WI 6 senkrechte Säulentraum
Abstieg: Am rechten Rand (im AUfstiegssinne) der Säule abseilen und steil durch den Wald zwischen Nameless und Havanna zurück zum Einstieg

Samstag, 23. Januar 2010

Pitztal: Eisklettern in der Sonne!

Es gibt kaum etwas Schöneres als in der warmen Sonne steiles gutes Eis zu klettern. So hatten wir uns das vorgestellt!
Doch es fängt ganz anders an: Landauf- landab hat's in den Alpen zu wenig Schnee, Schitouren sind völlig Essig, nur auf der Autobahn nach Garmisch, da hat's zunehmend Schnee. Über den Fernpass haben wir eine weiße Fahrbahn und es dauert so seine Zeit bis wir mit dem 7,5 Tonnen-Geschoß im Pitztal sind sind.
Oben an der Gletscherbahn lässt sich's gut stehen und wir haben, wie immer in dieser Unterkunft, ein feudales Mahl. Anderntags ist vom Schneetreiben des Vorabends nichts mehr zu spüren, strahlender Sonnenschein, herrliches Ambiente im Pitztal, das Thermometer zeigt -8,6°C Aber wir sind ja nicht wegen des schönen Pitztalambientes hier, sondern zum Eisklettern! Zum Eingewöhnen haben wir uns die Galleriefälle ausgesucht. Nicht so schwer, und vor allem nur bei absolut sicherer Lawinenlage zu machen. Also heute! Als erstes ist der rechte Galleriefall dran, Berni macht sich an die erste Länge.
Dann darf ich auch: Erst mal naufschaun wo's langgeht...
Na, nauf halt!
Die dritte Länge kann ich wieder entspannt hinterhersteigen,
um die vierte wieder vor zu dürfen. Zugegeben, war so geplant. Die letzte Länge ist heute genial, etwas schwerer als gewöhnlich, gerade in der Sonne, und einfach nur noch gut. Eisklettern in der warmen Sonne!
Berni genießt es hinterher und findet's mindestens genauso genial.
Schnell über den Fall abgeseilt....
...und nach 2 1/2 Stunden haben wir vier echt gute Längen im Sack.
Facts:
  • Neurur, Rechter Galleriefall
  • Schwierigkeit: 4 SL: WI3, WI4+, WI 4-, WI5 (normal WI4+/5-)
  • Abstieg: Abseilen an BH
Nach kurzer Pause gehen wir hinüber zum linken Galleriefall. der rechte Teil ist von der Sonne arg mitgenommen, bleibt nur die linke etwas leichtere Variante.
Geniale Verhältnisse in der ersten Länge.
In der zweiten anfangs ebenso....
...allerdings ändert sich das schlagartig, das Eis wird zum Teil bedrohlich dünn und ich suche mir einen Weg durch zwar nicht sehr steiles, dafür blumenkohlartiges Eis mit wenig Sicherungsmöglichkeiten. Am Stand habe ich genug Zeit über die Mächtigkeit der Eisschicht zu sinnieren.
Berni tastet sich die zweite Länge nach.
Die letzte Länge ist auch etwas pilzig, aber wieder besser zu klettern.
Ich kann's eh entspannt nachsteigen.
Wieder unten sind wir zufrieden sieben gute Längen geklettert zu haben und genehmigen uns einen kleinen Snack in Form von einem Topfenstrudel mit Vanillesoße.
Facts:
  • Neurer, Linker Galleriefall
  • Schwierigkeit: 3 SL Linke Variante WI 4-, WI4-, WI3 (normal WI4, WI4, Wi3)
  • Abstieg: Entweder die Rinne noch ca. 50 Meter weiter stepfen und (nicht zu früh) nach links oben gegen einen Grat verlassen (steil) und jenseits steil wieder zum Einstieg oder Abseilen.

Zweiter Tag, dritter Fall:

Wir gehen zu den Pfaffenfällen (linker und rechter)
Etwas mühsam ist der Zustieg durch die Rinne, auch nur bei lawinensicheren Verhältnissen zu empfehlen.
Ein paar Meter die vereiste Rinne hinauf schaue ich nochmal nach "meiner" Linie...
...bevor ich ins Steile starte.
Berni darf im Nachstieg die gute Kletterei genießen und muß dafür die Schrauben wieder säubern, zum Glück nicht all zu viele.
Na, macht's Spaß?
Die zweite Länge ist auch nicht schlecht und wartet mit einem kurzen Aufschwung auf Berni's Beile.
Hinterher ist auch schön....
...ich entspanne mich für die nächste Länge, es geht direkt über die Eisbaldachine und sieht schon mal ziemlich spannend aus. Berni meint: Des geht ned!
Ich kurble mal ne Schraube und ignoriere Bernis "Geht ned" so gut ich kann ...
... und schwupps bin i weg, und zwar nauf. Danach waren's noch 25 m senkrechte Meter Säule, voi geil ey!
So war's!
Statt abzuseilen haben wir uns entschlossen abzusteigen. Das empfehlen wir auch allen die zu früh mit dem Fall fertig sind, nicht wissen was sie sonst noch machen sollen und unbedingt noch a bissal Abenteuer brauchen. Mit ohne Hirn sicher besser erträglich übrigens. Für alle anderen: Abseilen ist besser! Hmmm, no Alcohol?
Nach zehn guten und meist gar nicht so leichten Längen in zwei Tagen sind wir ziemlich verglüht und beschließen lieber ausschlafen zu wollen, und zwar daheim.
Also rein in die Kiste und wieder heim. Um dann bald möglichst wieder rauszukommen.
Facts:
  • Neurur, Linker Pfaffenfall
  • Schwierigkeit: 3 SL: WI 5, WI 4+, WI 6- (normalerweise 5+)
  • Abstieg: Abseilen