




Echt eine umgekehrte Riesentreppe. Wir sind beeindruckt. Das ist schon super! Draußen türmen sich die Gewitter 'zam. Aber wir sind ja zum Klettern da. Also rein. Ja, wir wissen beide daß man aus den Dächern nicht mehr so wirklich gut abseilen kann, aber wir reden einfach nicht drüber.
Übel ist wenn man als Nachsteiger versucht, eine Länge durchzusteigen und am letzten Hemd am Stand ankommt und nur noch hechelt, dass es ganz toll ist und das man die Seillänge jetzt hat und erlöst sagt: „… jetzt kommst du wieder!...“ Verständnidlos schauen dich zwei Augen an, dann ist da diese fiese freudige Spannung im Gesicht des Anderen, bist du kapierst daß da was nicht stimmt in deinem Gedankenkonstrukt. Es rappelt in deinem kopf --- ähhhh, man steigt nach und dann, ja dann, ah, genau: dann steigt man gleich wieder vor! Na toll, total exhausted darfst du dich dann im Vorstieg in die nächste Länge auf die Reise machen. Suuuper!
Nach ein paar Metern denkst Du: „Hey, wieso laufen die Arme denn so zu, ist doch gar nicht mal so steil, oder?! Du knallst die Leiste rechts zehn mal so fest zu wie es sein müsste, betest um den nächsten Henkel für die Linke, nein der ist jetzt aber schmierig, also schnell noch mal mit rechts weiter, Suuuuuper, ein ultimativer Rettungshenkel!
Beim Schütteln schaust Du mal runter und siehst das Seil in Schlaufen irgendwo in der Wand verschwinden, vom Stand nichts zu sehen, und das nach lausigen acht Metern!
Also doch so steil, komisch, beim klettern dachte ich es wäre eigentlich mehr senkrecht. Die letzten zwei steilen Längen VIII+ und VII+ sind zusammen gehängt, die VII+ oben raus ist plötzlich ein reiner Genuss, fühlt sich super an.
Jetzt sollen's noch drei Längen V zum Biwakband sein. Gerd entschwindet nach oben und schreit schon nach ein paar Minuten Stand. Ich staune nicht schlecht als er das Wandbuch in der Hand auf dem Biwakband steht.
Zwischen großer und westlicher Zinne hallt der Donner, hübsch gruselig. Sollen wir hier bleiben und die zu erwartende Dusche mit Blitz und Donner abwarten oder Gas geben und raus? Lieber Gas geben und raus! Aber die Ausstiegrisse und Kamine sind weit entfernt vom Genussklettern wie es Goedeke beschreibt, es wird nochmal richtig schwer und vor allem nass.
Standplätze sind nicht mehr, egal, Seil ausgehen, Keile und Friends in die Ritzen packen und gut. Das Gelände ist schon ok, aber konzentriert bleiben muss man auf jeden Fall.
Dann das Ringband. Super! Donnergegrummel, um uns rum alles schwarz, also runter. Bis auf ein paar Spritzer sind wir kaum nass geworden, das soll auch so bleiben.
Am Parkplatz auf der Auronzohütte treffen wir zwei Schweizer die uns nach der Comici ausfragen, ob wir Tipps haben. Tja, alle die wir gesehn haben sind gelaufen, warum wissen wir nicht. Aber laufen scheint da gut zu sein. Ach ja, und, echt super, das Bier vom Zwickelbauer seinem Kühlschrank! Wo ich doch so schon keines vertrage! Super! Und dann noch in die Wirtschaft, Speckknedeli und an Liter Rot’n und a paar Ramazotti… Jaaa, es war wirklich super! Was noch besser wär? Mehr davon, viel mehr…
Topo: http://www.stadler-markus.de/files/pdfs/dolomiten_zinnen_hasse.pdf
Topo: http://www.bergsteigen.at/pic/pdf/1505_Topo_81181f10-f03e-494f-b9ce-8f778337c378_hasse_brandler.pdf
Tourdaten:
Charakter:Begeisternd ausgesetzte und brutal anstrengende Kletterei im alpinen Circus Maximus. Der Fels ist "auch nicht überall fest wo's brüchig aussieht", die Absicherung birgt v. A. für Techniker Hochspannung. Der Vorsteiger sollte den VII Grad solide beherrschen, der Nachsteiger sollte mit 6/A1 rechnen.
Ergänzung zu den Schwierigkeiten:8+ frei oder 6/A3 obl. Über weite Strecken im oberen sechsten Grad, in den steilen Längen nicht unter VII. Bemerkung zu den Versicherungen:Bis zum Biwakband an jedem Stand mi. 1 Bolt, tw. auch (sehr wenige) ZH gebohrt, sonst Rost jeglichen Datums, der gescheiterte Freikletterversuche schnell zu Clean-Begehungen für nachfolgenede Seilschaften werden lässt. Sicherer Umgang mit mobilen Sicherungsmitteln ist schon wegen der kaum gesicherten Aussiegslängen (VI) ab dem Biwak Voraussetzung. Ein Rückzug ist ab dem steilen Teil sehr problematisch, ebenso wie Rettung von oben.
Erstbegeher / Erhalter:Dieter Hasse, Lothar Brandler, Jörg Lehne und Sigi Löw vom 6. bis 10. Juli 1958; RP Kurt Albert und G. Sprachmann 1987 nach Sanierung der Stände; Free Solo Alex Huber 2002
Ausrüstung:13 Express, Grundsortiment Keile, Friends bis Gr. 4, 3 kurze und 4 lange Schlingen, kurze Kevlarschingen zum Hakenabbinden, für Techniker alles doppelt, Leitern, T-Blocs, Stahlnerven.
Talort:Misurina Talort Höhe:1756 m
Stützpunkt:Rifugio Auronzo
Gehzeit zum Stützpunkt:5 min.
Höhe des Stützpunktes:2320 m
Anreise / Zufahrt:München - Garmisch - Innsbruck - Brenner - Brixen - Brunneck - Toblach - Misurina. Mautstraße zum Rifugio Auronzo (20 Euro) oder über Silian nach Brunneck Toblach - Misurina. Mautstraße zum Rifugio Auronzo (20 Euro)
Zustieg zur Wand:Vom Parkplatz den Wanderweg zum Paternsattel und die Schuttreise zur N-Wand der großen Zinne queren. E beim markanten Vorbau.
Höhe Einstieg:2450 m Abstieg:Vom Gipfel den Steinmännern folgen oder (meistens) beim Ringabnd aufhören, das Ringband nach links verfolgen, nach ca. 130 mtr. trifft man auf den "Normalweg" (Steinmmänner). Links die erste Absteilstelle, es können alle Abseilstellen mit einem 55 mtr. Strang abgeseilt werden. Achtung, nach Gedenktafel etwas links in Scharte aufsteigen und jenseits abklettern in die Schlucht zwischen Großer und Kleiner Zinne. Immer auf deutliche Begehungsspuren achten, unzählige Varianten. Beste Jahreszeit: Juli August September Kartenmaterial:Tabacco-Karte Nr. 10, "Sextener Dolomiten", 1:25000Führerliteratur für diese Region:Dolomiten Vertikal - Band Süd DOLOMITEN: ROUTEN UND ERLEBNISSE Bemerkungen:Führer: Als Führerliteratur ist der Alpenvereinsführer Sextener Dolomiten von Richard Goedeke sehr zu Empfehlen (Bergveralg Rother - www.rother.de)!
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