Blog von Walter Lackermayr & dem Forum der WuidnBuam (und Madln natürlich auch)




Sonntag, 20. Juli 2008

Schüsselkarspitze "Siemens/Wolf"

Während Berni und ich auf Wolke Sieben schwebten (Nein, wir sind aller Vermutungen zum trotz noch immer nicht schwul....) http://wuidebuam.blogspot.com/2008/07/schsselkarspitze-westgratturm-wolke-7.html weilten Conny und Johannes auf altehrwürdigen Wegen der Alpenerfinder, in diesem Fall die immer noch schöne SIEMENS/WOLF auf den Westgratturm der Schüsselkarspitze
Siemens/Wolf V-
Im Mittelteil: "Wo isser nur hin, der Vorsteiger?"
Klassische Tour mit klassischen Kletterstellen:
Risse, Kamine
Rinnen... Nachdem Conny verantwortungsbewußt Johannes den Westgrat hinutergisichert hat darf sie selbigen jetzt abklettern... oder dann doch besser mal abseilen, wobei es hierzu eine Story gibt in der ein im Seil belassener Knoten vorkommt der das Abziehen selbigen Seiles als nicht durchführbar erscheinen lies, was wiederum Conny zu erneutem Niederringen des Turmes im Aufstieg, Lösen des Sackstiches (nein, der tut nicht weh!) und nochmaligem Hinabgleiten am Polyamidstrang veranlasste, die (oben erwähnte Story) aber nicht genauer überliefert wurde und daher hier auch nicht wiedergegeben werden soll. Wo war ich stehen geblieben?... ...ach, ja Abstieg: Vor dem Erreichen unserer Rucksäcke in denen so manch Freuden (Vollkornschokokekse) versteckt waren hat der liebe Gott oder sonstwer noch die Wangscharte gestellt, diesmal aber ohne Knoten im Seil Durchs Puittal heimgehen ist schöner als über die Wangalm
Routenbeschreibung:

Samstag, 19. Juli 2008

Cevedale

Silvia (Forumsname Frau Balrock) war am 19.-20. Juli. 2008 auf em Cevedale und hat ein paar Bilder mitgebracht:
Gipfelblick vom Cevedale:
Gipfelblick in die andere Richtung:

Grat zum Cevedalegipfel :

Prominente Nachbarn: Vorne Königspitze, rechts davon Ortler mit Hintergrat im Profil
G'hört auch dazu: Gletscherhatscherei...

Schüsselkarspitze Westgratturm "Wolke 7"

Die Voraussetzungen waren ganz klar: Freitag noch Regen, Samstag bis Nachmittag gut, dann wieder schlecht. Also muß eine Südwand her die schnell abtrocknet mit kurzem Zustieg. Wir sind zu viert, brauchen einmal Gelände um 5 und , naja, woast scho, irgendwie so halt.
Klare Vorgaben, klare Lösungen: Schüsselkar,
für Conny und Johannes "Siemens Wolf" (V-), für Berni das Mankei und mich:
WOLKE 7
Also starten wir wie schon so oft mit Blick auf den Öfelekopf vom P der Chinamauer hinauf ins Puittal
Öfelekopf über der Chinesischen Mauer
Egal wie oft ich hier bin, für mich hat's jedesmal wieder was vom Paradies wenn ich aus dem Wald komme und durch das Gatterl das Puittal betrete.
Puittal
Erstaunlicher Weise ist nur eine Seilschaft am Werk, aber an was für einem:
Pipi Langstrumpf's Pferd "Onkel"

Schüsselkar Südwand
In Heinz Zaks "Leben im Sonnenschein"
Seilschaft im Leben im Sonnenschein, 1.SL 9/9+
Noch Fragen?
Der Einstieg zur Wolke Sieben befindet sich auf einem kleinen Wandvorbau zwischen Siegel/Erdenkäufer und Jörg/Siemon.
Rin in die Latschen...
...und ab in die erste Länge Die erste Länge führt in einer rechts- links- Schleife zuerst durch einen Riß, dann über einen Linksquergang und zuletzt eine Wandstelle hinauf in eine kleine Höhle (7-), einfach ein Traum. Stand in kleiner Höhle Während Berni die zweite Länge raufmooved beobachte ich die Zillertaler Burschn in ihrer offesichtlich schleichrigen 9+, dann darf ich endlich auch moooov'n! Die dritte Länge ist als einzige gaaanz kurz mal bissal brüchig, entschädigt dann aber sofort mit genialem Fels und "abaatjsch güder Gledderei" im oberen siebten Grad. Länge vier steht der vorhergehenden um nichts nach, einen Siebener kostet's. Die Schlüsselpassage wartet in der Länge Nummer fünf, eine technisch interessante Plattenstelle mit anschließendem kleinem Bauch. Hat was.
Abaatsch güd und ni schpeggisch! Kost sibbe blus
Wir könnens kaum glauben, es bleibt so gut! Nochmal eine Plattenstelle, dann wieder etwas steiler, griffig ohne Ende, daß' so was überhaupt gibt! Auch Länge sechs ist sieben
und soooo guad
Der siebte und letzte Länge startet mit einem genialen Riß und bietet uns weiter oben noch eine geniale Hangelschuppe. Zur Groundervermeidung in den ausnahmweise mal geräumigen Stand haben wir einen kleinen Freund in den Riß gestopft, ein mittlerer Rock hätt's genauso getan. Sonst haben wir ausschließlich an den selbst für ängstliche ausreichend vorhandenen spanischen Plätchen geklippt.
Abgestiegen sind wir über den Westgrat, Zeit war genug, Conny und Johannes haben den selben Weg gewählt. Übrigens: Über 80% der tödlich verlaufenden Unfälle beim alpinen Klettern passiern beim Abseilen.
Alles in allem schon wieder ein Tag im Paradies, einer an dem wir auf der Wolke sieben durch selbiges schwebten!
Sieben Längen im Siebten Grad: Wolke Sieben
Tourdaten:
Schüsselkarspitze, Westgratturm "Wolke 7"
Schwierigkeit: 7+ , ziemlich konstant 7-//7 (7 obl.)
Erstbegeher: Thomas Schöpf, Andi Klotz 08.01.2000
Charakter: Meist Wand-, manchmal Rißkletterei an verschwenderisch griffigem Idealfels, besser geht's nicht
Ausrüstung: min. 50 mtr Seil, 8 Expresse, 1 kl. Friend 0,5-1 oder mittlrer Rock.
talort. Leutsch, Parkplatz Chinamauer oder Gaistal
Zustieg: Durch das Puittal (Leutsch) oder über die Wangalm (Gaistal) in 1 1/2 - 2 1/2 h zu E.
Abstieg: Über den Westgrat (3x20mtr und abklettern) und die Wangscharte abseilen (3x 20 mtr.)
Bemerkung: Das Beste was mir bisher am Schüsselkar unter die Finger gekommen ist
Und nach 900 Hm endlich das beste Stück vom Paradies: Offensichtlich hat sich das mitlerweile weit rumgesprochen, Pipi Langstrumpf ist jedenfalls auch schon da, zumidest ihr Pferd

Hier geht's zu Topo und Beschreibung

Freitag, 11. Juli 2008

Torstein: Windlegergrat

Langes Teil: Mit 52 Seillängen der längste Grat der Ostalpen
Der Volvo knackt gerade die 398.000Km-Marke und durchfliegt eine der zahlreichen Kurven Richtung Filzmoos, die Nachmittagssonne hat die frisch gemähten Wiesen aufgeheitzt: "Hey Berni, des is daheim! Die Wies'n, richst du das, die riechen einfach ganz anders hier!" Kurze Gerade, anbremsen, Linkskurve, Bernis Nase driftet elegant der Fliehkraft folgend aus dem offenen Fenster: "Ja, riecht schon gut hier."
AC/DC: "...you've been --Thunderstruck!"
Volvo: Kilometerfresser
Als Ausgangspunkt haben wir die Bachlalm gewählt. Früher war die Strasse noch für den öffentlichen Verkehr freigegeben, heute nur noch für Anlieger und den öffentlichen Shuttlebus zu befahren...
Strasse zur Bachlalm: Normalerweise gesperrt...
Auf der Bachlalm lassen wir's uns mit Blick auf den morgigen Weg bei ein paar Bier erstmal gut gehen, Dank der Wirtin trug uns der Volvo doch bis vor die Türe. Zum Abendessen gibts eine fette Bratwurscht (50% Knoblauch 50% Fett). Die hat vor allem mir am nächsten Tag auch noch geschmeckt, immer wieder.
Bachlalm
Am nächsten Morgen: Nach 1 Stunde Zustieg und 30 Minuten Umzieh- und Verdaubeendigungsaktionen hängen wir uns das Material an die Schlaufen und starten um halb sechs los. Am Einstieg
Nach einigen Schrofenmetern führt ein Band ab- und wieder ansteigend nach rechts hinaus zu einem abgesprengten Zacken. Hier gehts dann einen kurzen Riß links hinauf.
Weiter geht es über schrofiges Gelände und einige Risse unter einer großen Platte rechter Hand einen Kamin hinauf und über eine Wandstelle die mit IV- bewertet ist wieder in leichteres Gelände. ...und so was ist hier also IV- ... Im unteren Gratteil : Stellenweise festes Gestein, aber überwiegend brüchig, und trotzdem immer wieder schöne Türme:
Zwischendrin wurde es sogar recht steil ,
aber es blieb splittrig: So entschlossen wir uns doch das Seil rauszuholen , Allerdings packen wir es bald wieder ein, denn irgendwo grummelte schon ein Gewitter, nur wo?
Jedenfalls besser Gas geben!
Ein Blick über die Gratschneide nach Süden schafft Gewißheit: Die Göttinen des Wetters waren uns nicht gnädig gestimmt

"Berni, ich weiß wo das Gewitter ist, ich schau ihm genau ins Auge..." Wettergöttinen: Thunderstruck again!

Gewitter am Gipfel, ein paar Meter weiter unten ging der Tanz auch schon los, wir verkriechen uns unter einen Überhang
Wenig später haben wir Glück, es macht nochmal auf , selbst Wettergöttinen fröhnen dann und wann der weiblichen Inkonsequenz...

Inkonsequente Wettergöttin: Nochmal Sonne Also schnell runter! Hopp hopp im Schweinsgalopp!
Am Gletscher erwischt's uns dann doch, aber was soll's, hier ists uns wurscht

Gewitter: inkontinent, Wir: naß ...auf der Adamekhütte gibt's ja auch naß von innen! Wuida Bua Berni : Von außen wieder trocken, von innen nicht mehr nach Reparaturseitel


Tourdaten: Tourname : Torstein "Windlegergrat" Datum : 11.07.2008 Gebiet : Dachsteingebirge Höhenunterschied : 1050 Art : Alpinkletterei Schwierigkeit : IV+ Bedingungen : Gut
Bemerkung : 1.050 mH, 2.100 Klettermeter, 2 SH und 4 ZH auf 52 SL verteilt, stellenweise fester Fels, unübersichtler als es von unten den Anschein macht. Tolles Ambiente, besonders bei Gewitter. Das Topo vom Schall ist erfindungsreich, SL 15-18 locken fälschlich in übles Gelände. Bei Ausgangspunkt Bachlalm Zustieg 1h. Unterer Gratteil 3-5 h, oberer ebenfalls Gratteil 3-5 h ohne Sucherei. Wegfindung nicht immer ganz einfach. Der reine Sportkletterer wird hier eher weniger viel Spaß haben, mehr was für Rock 'n Roll Alpinisten. Mittlerweile kaum mehr begangen, uns hats trotzdem oder eben deswegen gefallen.